Sie haben Fragen zur Erdgasumstellung?

Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Hintergrund

Was sind L- und H-Gas?

  • In Deutschland gibt es zwei verschiedene „Arten“ von Erdgas, L- und H-Gas.
  • Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Energiegehalt.
  • Die Bezeichnung „L-“ steht dabei für „low“ (niedrig), „H-“ steht für „high“ (hoch). Der Brennwert von H-Gas ist höher als der von L-Gas (rund 11,5 kWh/m³ zu 10 kWh/m³).
  • L-Gas wird in den Niederlanden und in Deutschland gefördert.

Was bedeutet „Erdgasumstellung“ und warum muss sie durchgeführt werden?

  • Die Erdgasversorgung in Deutschland erfolgt entweder mit L-Gas oder mit H-Gas. Das Versorgungsgebiet Düsseldorf wird mit dem sogenannten L-Gas versorgt.
  • Die L-Gas-Versorgung wurde bislang hauptsächlich durch Importe aus den Niederlanden sichergestellt.
  • Diese Quellen stehen aber in Zukunft nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Daher ist eine Umstellung auf H-Gas erforderlich.
  • Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Gasarten L- und H-Gas ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen an die Gasgeräte in Haushalten und Industrieanlagen.
  • Diese müssen auf die jeweilige Erdgasqualität eingestellt werden.

Wann soll die Erdgasumstellung im Versorgungsgebiet Düsseldorf durchgeführt werden?

  • Das Netzgebiet der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH ist in verschiedene Anpassungsgebiete unterteilt (siehe Karte). Die Erfassung der Gasgeräte im ersten Anpassungsgebiet wird im 3. Quartal 2019 stattfinden, gefolgt von der Anpassung ab dem 1. Quartal 2020 und der Umstellung auf H-Gas im Jahr 2021.

Ist Düsseldorf die einzige Region, die angepasst wird?

  • Mit L-Gas aus den Niederlanden werden heute ca. 23 % aller deutschen Haushalte und der regionalen Industrie versorgt.
  • Alle diese Haushalte und Industriebetriebe sind von der Umstellung betroffen.
  • Insgesamt sind in der Zeit bis 2030 ca. 5,5 Mio. Gasgeräte anzupassen.
  • Die Umstellung wird nicht für alle Netzgebiete gleichzeitig, sondern nach einem von den Ferngasleitungsnetzbetreibern vereinbarten Plan schrittweise umgesetzt.
  • L-Gas-Versorgungsgebiete befinden sich schwerpunktmäßig in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und der Region Mittelhessen sowie in Teilen Sachsen-Anhalts.

Ablauf

Woran kann ich die legitimierten Personen erkennen?

  • Alle beauftragten Firmen haben für ihre Mitarbeiter entsprechende Identifikationsmittel erhalten.
  • Dies sind Lichtbildausweise, die vor Ort zu zeigen sind und Legitimationsschreiben bzw. PIN-Nummer, die ebenfalls vor Ort genannt werden müssen.
  • Bei Zweifeln sollte folgende Service-Nummer angerufen werden: 0211 / 821 8833
  • Sollte eine Person versuchen, sich zu Haus/Wohnung Zugang zu verschaffen, ohne die im Vorfeld mitgeteilten Kriterien zu erfüllen, sollte der Zutritt verweigert und sofort die eingerichtete Service-Nummer und/oder die Polizei kontaktiert werden.

Wird der Besuch der ausführenden Personen angekündigt?

  • Den Zeitraum für Erhebung und Anpassung teilen wir Ihnen vor Beginn der Erhebung bzw. Anpassung mit einem allgemeinen Informationsschreiben mit.
  • Zusätzlich findet mit einem Vorlauf von einigen Tagen durch Terminanschreiben in den betroffenen Haushalten eine entsprechende Ankündigung statt.

Wie viele Termine/Besuche in Haus/Wohnung sind notwendig?

  • In der Regel sind zwei Besuche durch einen von uns beauftragten Monteur erforderlich.
  • Der erste Termin erfolgt zur Erhebung, in deren Rahmen alle im Haushalt betriebenen Gasgeräte registriert werden.
  • Im zweiten Termin erfolgt dann die Anpassung, bei der die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet werden.
  • In einzelnen Fällen kann eine Nachkontrolle einzelner Geräte einen weiteren Besuch erforderlich machen.
  • Diese Qualitätskontrolle dient der Überprüfung aller durchgeführten Arbeiten.

Was bedeutet „Erhebung“ der Geräte?

  • Bei der Erhebung werden alle relevanten Eigenschaften der Gasgeräte erfasst, um die spätere Anpassung optimal planen und vorbereiten zu können.
  • Im Rahmen der Erhebung wird die Funktion der Gasgeräte in keiner Weise eingeschränkt.

Wie lange dauert die Erhebung?

  • Eine Erhebung dauert in der Regel ca. 30 – 45 Minuten pro Gerät.

Was bedeutet „Anpassung“ der Geräte?

  • Bei der Anpassung werden die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet.
  • In den meisten Fällen werden eine oder mehrere Düsen im Gerät ausgetauscht und danach eine Einstellung des Brenners vorgenommen.
  • Der Aufwand der Anpassung ist abhängig vom Gerätetyp.
  • Die Art des Gerätes hat z. B. auch Einfluss auf die Anzahl der zu wechselnden Düsen und der einzustellenden Regelarmaturen.

Wie lange dauert die Anpassung?

  • Normalerweise dauert eine Anpassung weniger als eine Stunde pro Gerät.
  • In Abhängigkeit vom jeweiligen Gerätetyp kann es in Ausnahmefällen zu einer längeren Anpassungsdauer kommen.

Kosten

Welche Kosten kommen auf den Kunden zu?

  • Soweit das Gerät anpassungsfähig ist, entstehen keine unmittelbaren Kosten.
  • Die Kosten für Erhebung, Anpassung sowie alle weiteren Maßnahmen werden durch den Netzbetreiber getragen und auf alle Netze innerhalb des jeweiligen Marktgebiets umgelegt.
  • Sie sind somit in den Netzentgelten enthalten.

Wer übernimmt die Kosten für Erhebung und Anpassung?

  • Der lokale Netzbetreiber ist zur Organisation und zur Kostenübernahme der Umstellung verpflichtet.
  • Die durch die Umstellung von L- auf H-Gas anfallenden Kosten werden entsprechend den Vorgaben aus § 19a EnWG bundesweit gewälzt.

Wird das „neue“ Gas teurer?

  • Da das „neue“ Gas einen höheren Brennwert aufweist, werden mit weniger Volumen mehr kWh geliefert.
  • Es sind also weniger m³ auf dem Gaszähler abzulesen.
  • Für Informationen zu den aktuellen Gaspreisen kontaktieren Sie bitte Ihren Gas-Lieferanten

Geräte

Warum muss jedes Gasgerät angepasst werden?

  • Die große Mehrheit aller Gasgeräte ist aus technischen Gründen für die jeweilige Gasart, die sie bezieht, eingestellt.
  • Nur so ist ein sicherer und effizienter Betrieb gewährleistet.
  • Bei einer Änderung der bezogenen Gasart muss entsprechend auch das Gerät angepasst werden.
  • Ansonsten kann es zu einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers kommen.
  • Es gibt auch Geräte, die für den Betrieb mit L- und H-Gas geeignet sind - etwa adaptive Gasthermen, die sich selbstständig anpassen.
  • Diese stellen jedoch eine Ausnahme dar.
  • Sollte sich im Haushalt ein solches Gerät befinden, so wird das beauftragte Fachun-ternehmen dies bei der (in jedem Fall notwendigen) Erhebung feststellen und uns entsprechend informieren.

Kann jedes Gerät angepasst werden?

  • In den allermeisten Fällen ist eine Anpassung der Geräte durchführbar.
  • Diese Beurteilung nehmen die beauftragten Fachfirmen auf der Basis der relevanten technischen Regeln vor.
  • In Fällen, in denen eine Anpassung nicht möglich ist, wird gesondert informiert und das weitere Vorgehen mit dem Kunden abgestimmt.
  • Grundsätzlich kommt dies etwa bei sehr alten Gasgeräten vor.

Kann man sich weigern, ein Gerät anpassen zu lassen?

  • Nein. Wenn Gasgeräte auf Wunsch des Betreibers nicht angepasst werden, muss durch den jeweiligen Netzbetreiber der komplette Gasanschluss gesperrt werden.
  • Aus einem Weiterbetrieb mit falschen Einstellungen können Gefahren von einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers entstehen.

Was tun, wenn ein Gerät nicht angepasst werden kann?

  • Im Nachgang der durchgeführten Erhebung erhält der Kunde eine Mitteilung über seine Geräte.
  • Einen eventuellen Geräteaustausch nimmt der Anlagenbetreiber selbst vor.

Sie haben weitere Fragen zur Erdgasumstellung?

Wenden Sie sich gerne direkt an unser Erdgasbüro